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1. Wie kann man sich schützen?


Kleidung:

Tragen Sie helle Kleidung (damit Zecken besser sichtbar sind), die Arme und Beine bedeckt. Stecken Sie die Hosenbeine in die Socken.


Schutzmittel:

Sprühen Sie ein Anti-Zeckenspray auf Kleidung, Schuhe und Körperstellen, die mit Gras oder Sträuchern in Kontakt kommen.


Verhalten:

Gehen Sie auf Waldwegen und vermeiden Sie den Kontakt mit Gras und Büschen.


Kontrollieren Sie zu Hause Ihren Körper und Ihre Kleidung auf Zecken. Zecken bevorzugen warme, feuchte Stellen mit dünner Haut, wie die Kniekehlen, die Leiste, die Innenseiten der Oberschenkel, das Gesäss, den Hals, den Nacken und die Achselhöhlen.



2. Was tun bei einem Zeckenstich?


Stich dokumentieren:

Fotografieren Sie die Zecke, solange sie noch in der Haut steckt – für allfällige Abklärungen mit der Versicherung.


Zecke entfernen:

Verwenden Sie eine Zeckenzange oder eine Pinzette. Fassen Sie die Zecke möglichst nahe an der Haut und ziehen Sie sie unter leichtem Drehen heraus. Desinfizieren Sie danach die Stelle. Wenn der Kopf in der Haut verbleibt, sollte ein:e Ärzt:in diesen schnellstmöglich entfernen. Eine Anleitung finden Sie in diesem Video.


Zecke zur Analyse einsenden:

Legen Sie die Zecke in einen datierten, luftdicht verschlossenen Beutel und frieren Sie sie ein. Senden Sie sie an ADNucléis zur PCR-Analyse (Borrelia, Bartonella, Babesia usw.).


Sollte man einen Arzt aufsuchen?

Suchen Sie rasch eine:n Ärzt:in auf, wenn grippeähnliche Symptome, Schmerzen oder eine Wanderröte (Erythema migrans) auftreten. Wenn Wochen oder Monate nach dem Stich chronische Beschwerden auftreten, konsultieren Sie eine:n Spezialist:in.


Der Evaluationsfragebogen von Dr. Horowitz kann helfen, die Wahrscheinlichkeit einer Infektion einzuschätzen. Auf dieser Website finden Sie zudem zahlreiche Informationen zu Lyme-Borreliose, Bartonellosen und Babesiose.



3. Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?


Eine Studie hat gezeigt, dass in der Schweiz bis zu 83% der Zecken mindestens einen infektiösen Erreger (Bakterien oder Viren) tragen [1]. Einige Infektionen können schwerwiegend (oder sogar tödlich) verlaufen und chronisch werden. Ein Zeckenstich sollte daher nie auf die leichte Schulter genommen werden.


Wenn nach einem Zeckenstich Symptome auftreten (einige zeigen sich erst Jahre später!), müssen zahlreiche Infektionen in Betracht gezogen werden.


Die häufigsten sind:


Aber auch:




4. Gibt es eine Impfung?


1. Lyme-Borreliose:


Derzeit gibt es keinen Impfstoff gegen die Lyme-Borreliose. Der einzige bisher verfügbare Impfstoff (LYMERix®) wurde 2002 vom Markt genommen, da er als unwirksam galt und wenig nachgefragt wurde. Ein neuer Impfstoff, VLA15, befindet sich in Entwicklung.


2. Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME):


Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt die FSME-Impfung allen Erwachsenen und Kindern (in der Regel ab sechs Jahren), die in Risikogebieten wohnen oder sich zeitweise dort aufhalten. In der Schweiz gelten derzeit alle Kantone – mit Ausnahme des Tessins – als Risikogebiete.


3. Andere wichtige Infektionen:


Derzeit gibt es keinen Impfstoff gegen andere verbreitete Infektionen wie Babesiose, Bartonellosen, Rickettsiosen, Anaplasmose und Ehrlichiose, Tularämie usw.



5. Unfall- oder Krankenversicherung?


Ein Zeckenstich gilt als Unfall und muss auch als solcher gemeldet werden. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Ärzt:innen und Fachpersonen darüber nicht informiert sind.


Die Suva erklärt auf ihrer Website:


„Es handelt sich tatsächlich um eine schädigende, plötzliche und unfreiwillige Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper. Ein solches Ereignis muss, sofern eine Behandlung erforderlich ist, der Unfallversicherung der betroffenen Person schnellstmöglich gemeldet werden.“ (Übersetzung Lyme Schweiz)



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