Offener Brief und wissenschaftliches Dossier, adressiert an die medizinischen und politischen Instanzen
- Lyme Suisse

- 7. Dez. 2025
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7.12.2025

Heute richtet der Verein Lyme Schweiz einen offenen Brief an über 180 medizinische und politische Instanzen in der Schweiz, darunter Forschende, politische Verantwortliche, kantonale Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren, Kantonsärzte, Spitaldirektoren, Leitende der Infektiologie sowie an die Bundespräsidentin und die Mitglieder des Ständerats.
Der Anstieg vektorübertragener Krankheiten in der Schweiz stellt das Gesundheitssystem vor enorme medizinische Herausforderungen, insbesondere bei der Anerkennung der Lyme-Borreliose (Borrelia) und der häufigsten assoziierten Koinfektionen Babesia und Bartonella (die „3B“). Es besteht ein besorgniserregender Abstand zwischen dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand – hauptsächlich aus nordamerikanischer Forschung – und den in der Schweiz verwendeten diagnostischen und therapeutischen Mitteln, die weitgehend veraltet sind. Diese Situation führt zu diagnostischer Unsicherheit, verlängerten Krankheitsverläufen, Invalidität, Todesfällen und seit fast 30 Jahren zu einer erheblichen Belastung unserer Wirtschaft.
Das Gesundheitssystem hat die Bedeutung dieser stillen Epidemie viel zu lange unterschätzt; die Prävalenz der Lyme-Borreliose wird auf über 14 % der Bevölkerung geschätzt.
Der derzeitige Stillstand stürzt Tausende von Patientinnen und Patienten in medizinische Irrwege, psychische Not und den Verlust der Selbstständigkeit – mit erheblichen sozialen und wirtschaftlichen Folgen.
Angesichts der aktuellen Situation:
Wir fordern eine dringende Aktualisierung der diagnostischen Mittel für Infektionen mit Borrelia, Babesia und Bartonella.
Wir fordern eine Überarbeitung der derzeitigen Protokolle sowie eine grundlegende Erneuerung der medizinischen Ausbildung auf diesem Gebiet an den Universitäten.
Dieses Vorgehen stützt sich auf unsere „One Health“-Datenbank mit über 400 wissenschaftlichen Publikationen sowie auf die Empfehlungen internationaler Forschender.
Die derzeitigen serologischen Tests sind veraltet und unzuverlässig, obwohl direkte Diagnosetechnologien bereits existieren.
Die Wissenschaft entwickelt sich rasant weiter, doch die klinische Praxis hält nicht Schritt. Es ist an der Zeit, dass das Schweizer Gesundheitssystem Verantwortung übernimmt, diese wissenschaftlichen Fortschritte aufgreift – und sich aktiv daran beteiligt!



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